
Die Insel Ruden liegt am östlichen Ausgang des Greifswalder Boddens ca. 2 km vor der Nordspitze der Insel Usedom.
Die Insel Ruden hat eine Größe von ca. 22 ha. Durch eine Vielzahl von Sturmfluten ist heute nur noch ein Drittel der Inselfläche von 1694 vorhanden.
Geomorphologisch handelt es sich bei dem Ruden um mehrfach durch das Wasser und Wind umgelagerten Sand, der aus der Zerstörung eines hier vorhandenen Inselkernes - möglicherweise mit diluvialen Decksand - hervorgegangen sein muss. Die sich im Nordteil befindlichen Dünenzüge markieren mit 4 - 6 Metern die höchste Erhebung der Insel.
Erstmals wurde der Ruden 1254 als "portus Ruden" urkundlich erwähnt. Bereits 1620 wurde auf der Insel ein Zollhaus errichtet. Der Ruden ist weitläufig als Lotseninsel bekannt. Bereits seit Mitte des 17. Jahrhunderts wurden 4 Lotsen auf der Insel untergebracht. Im Jahr 1868 zählte der Ruden sogar 38 Einwohner. Nach der Sturmflut 1872 war die Insel 18 Jahre unbewohnt. 1905 wurde die Uferschutzmauer errichtet. Während des zweiten Weltkrieges wurde die Insel durch die Heeresversuchsanstalt Peenemünde in militärische und waffentechnische Maßnahmen einbezogen (Flak-, Beobachtungs- und Messtürme). Nach dem Abzug der letzten Lotsen 1972 war die Insel als Grenzgebiet bis zur Wende 1989 für die Öffentlichkeit gesperrt. Auf dem ehemaligen Messturm wurde 1999 ein Informationszentrum für Besucher der Insel eröffnet.
Charakteristisch für den Ruden sind die Dünen- und Sandtrockenrasen-Gesellschaften. Typische Vertreter sind die Sandsegge und das Silbergras. Daneben sind artenreiche Agropyron-Armeria-Gesellschaften (Quecke-Nelke) bestandsbildent. Sehr eindrucksvoll können z.B. im Frühjahr flächige Bestände der Karthäuser-Nelke beobachtet werden. Auch die Stranddistel, deren Vorkommen sich im Bereich des Greifswalder Boddens nur noch auf wenige Restgebiete beschränkt, ist auf dem Ruden vertreten. Auf den Hauptdünen der Insel im Norden gedeiht ein typischer Dünenkiefernwald, der seiner Entstehung einer Küstenschutzmaßnahme in der Mitte des 18 Jahrhunderts zu verdanken hat. Im Schutz dieser Uferschutzmauer haben sich Schilfröhrichte und kleinflächige Salzwiesenabschnitte angesiedelt. Aus der Sicht der Vogelwelt ist das Brutvorkommen von mind. 25 Vogelarten nachgewiesen. Darunter auch Bestandsbedrohte Arten wie Mittelsäger, Karmingimpel und Brandgans. Der Rotfuchs und die Kreuzotter sind ebenfalls beheimatet. Auf dem 1200 m langem Riff, auf dem früher bis zu 50 Brutpaare der Flussseeschwalbe brüteten, rasten heute täglich hunderte von Kormoranen, Silber-, Sturm- und Mantelmöwen. Der Seeadler ist täglich bei Nahrungsflügen über die Insel zu beobachten. Im Frühjahr und Herbst stellt die Insel einen wichtigen Konzentrationspunkt für den Vogelzug und die angrenzenden Flachwasserbereiche wichtige Ruhezonen für nordische Tauchenten dar.